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-7- Bali: Gunung Batur

Der erste Tag in Ubud war der perfekte Sonntag: zwei Stunden frühstücken, Reisfeldwanderung, Massage, köstliches Abendessen. Am zweiten wollten wir dann Shiva besuchen. Der hockt der Legende nach auf dem Vulkan Batur. Ursprünglich brachte Shiva einen indischen Berg in einem Stück nach Bali und teilte ihn dort auf in Gunung Batur und Gunung Agung, wobei er ersteren, obwohl niedrigeren, als Wohnsitz wählte. Außerdem ist der Batur ein recht aktiver Vulkan, der erst in den 60ern noch eine Reihe Dörfer auslöschte. Seit 2010 ist er allerdings wieder auf Warnstufe „normal“ gesetzt – wobei es ja international lebendige Diskussionen darüber gibt, inwieweit an die akute Aktivität eines Vulkanes präzise bestimmen kann.


Blick vom Gipfel über Danur Batur und Gunung Agung

Nun kann man von der Spitze des Berges angeblich hervorragend den Sonnenaufgang betrachten, sofern man um halb drei Uhr morgens von Ubud aus startet und in absoluter Finsternis den Vulkan erklimmt. Dachten wir, das machen wir doch. Nachdem das allerdings nicht meine Uhrzeit ist und dann auch noch unser garstiges Hotelpersonal uns viermal durch die gesamte laaanggezogene und steile Hotelanlage scheuchte, indem sie unseren Fahrer und uns abwechselnd zu den gegenüberliegenden Eingängen schickte, startet der Tag in ziemlich genervtem Zustand. Und dann geht’s bergauf, aber wie. Mit sechs jungen, offenbar fitten Leuten in der Gruppe denken sich unsere beiden Guides wohl, sie könnten einen Zahn zulegen und sprinten den steilen Aufstieg hinauf durch Lavabrocken, Felsen und Vulkanasche wie Berglöwen. Da kannste so fit sein, wie Du willst, wenn Du das nicht jeden Tag machst, keine Chance. Normalerweise braucht man 2 ½ Stunden bis zum obersten Gipfel, wir ziehen uns hechelnd nach einer Stunde 50 über die letzte Kante. Nach fast zwei Stunden Treppen-Rennen auf leeren Magen bin ich kaum noch in der Lage, einen Schritt zu tun, doch die Vorfreude auf die phänomenale Sicht hält am Laufen. Inzwischen hat die Dämmerung eingesetzt und als wir über die Kante kriechen sehen wir: nichts. So klar die Sternennacht gewesen war, mit Tagesbeginn kam der Nebel. Großartig. Dann allerdings, auf einmal, reißen die Wolken immer wieder auf. Die Sonne selbst sehen wir bei ihrem Aufgang zwar nicht, aber doch einige tolle Aussichten auf Gunung Agung und den See Batur.


Gipfelschrein


Und es gibt endlich Frühstück! Allerdings hat der Kapitalismus sogar bei Shiva bereits Einzug gehalten: obwohl Frühstück angeblich mit im Deal war kann, wer mehr als eine Tasse Tee will, gleich mal 2$ pro weitere Tasse berappen. Dabei ist Tee grad eine gute Sache, hier oben zieht’s gewaltig und nassgeschwitzt wie wir sind fährt der Wind bis auf die Knochen. Nach einem mit gebackener Banane beschmiertem Toastlappen als Frühstück geht die Tour weiter um den Krater herum. Der Vulkan liegt einer großen Caldera, die bei einem gigantischen Ausbruch vor zig tausend Jahren entstand. An den Hängen sieht man noch die Überbleibsel der letzten großen Eruption von 1963, außerdem zwei kleinere Krater, die wie Seepocken am Hauptkegel kleben. Streckenweise führt der Pfad direkt über die Abbruchkante, vielleicht 20 cm breit, zu beiden Seiten geht es steil den Hang hinab, quasi auf Messer’s Schneide. Hin und wieder fällt ein Touri mal runter. Allerdings war es wohl nicht die beste Idee von unserem einen Guide, dies an der haarigsten Stelle dem Mädel zu erzählen, welches sich in panischer Höhenangst ohnehin schon fast bewegungsunfähig an den Berg klammert.

Hier kommt noch ein Bild, wird aber grad net geschluckt.

Ich bin tief beeindruckt von dem Hügel.

Schließlich geht es, hin und wieder von einer Affentruppe begleitet, den Pfad wieder hinab und mit jedem Meter steigt mein Respekt vor unseren Haxen, die uns hier im Finsteren, nur mit kleiner Funzel für’s Nötigste, hochgetragen haben. Wir gönnen unseren müden Knochen einen Besuch im Sang-Spa und unseren leeren Mägen einen im Three Monkeys.

12:31 - 15 March 2013 - post comment

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