ÜberUnterWasser
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-5- Tauchen! Zum 2.

Posted in Stationen

Ein absoluter Höhepunkt ist der Tauchgang an einer Putzstation für Mantarochen. An einem Felsen auf einer Sandbank wartet ein ganzer Schwarm Putzerfische, meist Lippfische und Barbier-Falterfische, auf den Besuch der Rochen, kriechen ihnen dann hinter die Kiemen, ins Mauls, über die Haut und verputzen nervige Parasiten. Daher Putzerfische. Die Mantas sind gigantisch. 5-7 Meter Spannweite, 1000-1300 Kilogramm schwer und doch im Wasser so leicht, so elegant. Bis zu sieben dieser Riesen tummeln sich gleichzeitig um den Felsen, drehen ihre Volten, kreisen spielerisch umeinander.



Hier sehe ich zum ersten Mal Mantas, die eine komplett schwarze Unterseite haben, sieht ziemlich witzig aus. Normalerweise sind sie weiss mit einer Tier-spezifischen Zeichnung. Muss wohl eine lokale Mutanten-Population oder ein Polymorphismus sein. Eine ganze Stunde knien wir gebannt im Sand und können es nicht glauben.



Yvon, der als Nichttaucher auf die Insel kam und spontan beschloss, dass diese Situation untragbar ist und dringend geändert werden muss, ist nach diesem Tauchgang endgültig für alle anderen Tauchgebiete der Welt verdorben. Um ihn wieder auf den Boden zu bringen schlage ich ihm vor, zurück in der Heimat doch mal zusammen in den Zürisee zu springen, da sieht man dann mit etwas Glück bis zu sieben Fahrräder auf einem Haufen.

 

Egal, wann und wo wir ins Wasser springen, es ist phantastisch. Monge hat sich bald daran gewöhnt, dass Sylvie und ich ewig an einer Riffstelle rumlümmeln können und lässt sich Zeit. Typisches Bild unserer Gruppe: Monge sucht irgendwo nach Schnecken, Sylvie hängt seitwärts im Wasser, um das volle Riffpanorama zu genießen, und ich kopfüber an einem Korallenblock, um ohne irgendwas kaputtzumachen in Ruhe fotografieren zu können.



Das einzig Ungemütliche ist die Präsenz von geringelten Seeschlangen. Ich mag keine Seeschlangen. Lieber mit Tigerhai schwimmen, als mit geringelter Seeschlange. Dabei hatte ich – im Gegensatz zum Tigerhai – noch nie eine wirklich haarige Situation mit Seeschlangen. Auch hier schaut mir eine beim Heraustauchen aus einer Höhle zwar kurz in die Augen, ringelt sich dann aber sofort von dannen, noch kurz an der nichts ahnenden Sylvie vorbei. Allerdings finde ich es nicht sinnvoll, sie mit einer Warnung in Panik zu versetzen, und mache stattdessen lieber ein Foto von ihr mit Schlange.



 

Die Papua sind ein vergnügtes Völkchen. Sobald sie nichts zu tun haben – und das ist recht oft der Fall, schließlich leben sie in einem Füllhorn – ziehen sie ihre Ukulele aus der Hosentasche und schrammeln vor sich hin. Zwar gibt’s nur drei Harmonien und auch der Gesang klingt für unsere Ohren nach Endlosschleife, aber sie haben ihren Spaß dabei. Bisweilen grenzt die Situation an surrealen Kitsch: Nach einem fabelhaften Tauchgang ploppst Du seligen Lächelns wieder an die Oberfläche der Südsee, Dein Blick fällt auf die Schaluppe, auf der die Bootsleute ihre Klampfen aus dem Nichts hervorgezaubert haben und selbstvergessen vor sich hin jodeln. Im Hintergrund wedeln drei Palmen auf einem weißen Fleckchen Sand.

Dieses leichte Leben ist allerdings ein ziemliches Problem für Ausländer, die versuchen, die Papua in ihre Ressorts mit einzubeziehen und dort zu beschäftigen. Meeting um Punkt 8 Uhr? Vergiss es. Überhaupt, warum arbeiten, wenn mir alles in den Mund wächst? Das funktioniert erst, wenn die Leute technisches Spielzeug haben wollen, Handys zum Beispiel. Allerdings ist das Handynetz in Raja Ampat äußerst lückenhaft, um nicht zu sagen nicht-existent. Bis auf ein kleines Inselchen, da gibt es den Handybaum – und die einzige Pause, in der die Crew nicht vor sich hin trällert, sondern geschlossen im Baum sitzt.


07:54 - 14 March 2013 - post comment

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