Unbenannt

Abgrenzen

{ 210924, 2 June 2007 } { 1 Kommentare } { Link }

Heute war ein guter Tag. Ich habe mich diese Woche ganz spontan dazu entschieden, dass ich an ein Numerologie-Seminar gehe. Hmmmm.... Es war spannend, unbestritten. Und auch überraschend, wie sehr die Daten mit den Charaktereigenschaften korrespondieren. Doch irgendwie stehe ich dazu noch mit einem gewissen ABER, das ich momentan noch nicht genau beschreiben kann.

Die Frau mit den Zigis ist in den Hintergrund gerückt. Mit dem Aufschreiben hier konnte ich meine ambivalenten Gefühle niederschreiben, was für mich eine Ordnung gab, damit ich den rechten Überblick über die Situation bekam. So kam ich zum Ergebnis, dass es ihr Recht ist, dass sie genügend Zigis bekommt. Ich muss mich da gut abgrenzen können. Nur weil ich der Meinung bin, dass irgendwie alles, was man einem anderen gibt, von einem anderen Ort wieder herkommt, heisst das noch lange nicht, dass sie dieselbe Meinung teilt. Und da ich unsere Beziehung durch derartige Non-Sens-Problemen belasten will, zähle ich zukünftig besser nach;-)

Und ich weiss, dass IHR Problem es ist, dass sie oft das Gefühl hat,  immer mehr geben zu müssen, als dass sie zurückbekommt. Ich werde das berücksichtigen.  

Jeder Mensch sehnt sich doch noch nach einem Stück Bemutterung, nach Verwöhnung. Jeder sehnt sich doch danach, einfach mal einfach so Blumen zu bekommen, weil man liebenswert ist.

Es ist mir seit heute noch klarer, warum ich immer wieder Mühe habe mit gewissen Situationen. Es ist fast ein Lebensthema für mich. Spüren tue ich das seit einigen Jahren.

Aber WISSEN, dass es TATSÄCHLICH DAS Thema ist, dass mit wohl noch länger begleiten wird, weiss ich noch klarer seit heute.

Das Abrenzen.

Ich habe bisher gelernt, die Gefühle, die ich von anderen aufnehme, nicht als die meinen anzunehmen. Oder die Gründe für evtl. schlechte Gefühle von anderen bei mir zu suchen.

Ich kann mich mittlerweile auch schon gut abgrenzen, wenn emotionale Erpressungen auf mich zukommen. Ich erkenne auch, wie  ICH reagiere, wenn jemand einen anderen Weg gehen möchte als ich, zum Beispiel mein Sohn. Ein "einfaches" Mittel wäre, mit Macht/Gewalt/Zwang den anderen auf den eigenen Weg zu bringen. Oder mit emotionaler Erpressung. Ich möchte mich auch da besser abgrenzen können.

Der Mensch grenzt sich vom Tier davon ab, dass er den freien Willen hat. Und der soll auch jedem zustehen. Auch als Zeichen der gegenseitigen Wertschätzung und Liebe.

Und heute haben wir das Lebensthema berechnet - und bei mir sind das die Strukturen, der Raum, die Abgrenzung. Schon spannend. Ich bleibe dran:-)



Gefühle sortieren

{ 080815, 31 May 2007 } { 2 Kommentare } { Link }

Die besagte Frau, die meine gerauchten Zigis so genau zählt (oder eben auch nicht so genau, denn sie erinnerte sich nicht mal mehr, dass ich letztes Mal 2 Päckli gebracht habe;-), beschäftigt mich seit etwa einem Jahr sporadisch - mal intensiver, mal weniger. Ich möchte mich so gern abgrenzen von ihr und ihren Erwartungen, aber das gelingt mir nicht immer. Die Zigis sind eigentlich einfach ein i-Pünktchen. Oder ein Satz mehr in diesem Roman, den wir zusammen schreiben.

Wir sitzen nebeneinander im Chor - was für mich kein Zufall ist. Denn freiwillig wäre ich nicht neben sie gesessen,-). Wir wurden platziert.

Sie wirkt sehr dominant und ihr Grund-Ausdruck im Gesicht ist verdrossen (ist dies das richtige Wort dafür ?). Doch dadurch, dass wir uns gezwungenermassen näher kamen, merkte ich, dass dieser Eindruck nicht die ganze Persönlichkeit ausmacht. Sie hat noch viele andere Facetten. Sie hat Humor, lacht gern (und laut), redet gern (und viel), ist offen und ehrlich. Wir stellten auch einige Parallelen fest, sei es mit den Kindern oder aus unserer Kindheit, welche Gefühle von damals uns auch heute noch zu schaffen machen.

Auf der einen Seite ist sie bereichernd. Wir hatten schon viele Diskussionen, die sehr spannend waren. Auf der anderen Seite komme ich schlecht klar mit einigen ihrer Eigenschaften.

Was mir aber am meisten zu schaffen macht, ist, dass sie mir oft das Gefühl gibt, ich genüge nicht. Die Zigis, die ich zu spät bringe, in der Erziehung brauche ich noch Nachhilfeunterricht, mein Sohn gibt ihr nicht die Hand, was meine Schuld ist, usw. - ich löse in ihr ambivalente Gefühle aus (worauf ich Schuldgefühle bekomme), sie will endlich eine enge Freundin, mit der sie in Symbiose leben und diskutieren kann usw. Diese Forderungen lösen in mir (Schuld)-Gefühle aus, auch wenn sie gewisse Forderungen nicht direkt an mich richtet.

Sie hat so hohe Erwartungen an mich und andere. Wir haben schon eingehend darüber miteinander gesprochen. Ich will und kann ihre Erwartungen nicht erfüllen. Ich habe auch gar keine Lust dazu. Ich will frei sein von irgendwelchen falschen Erwartungen.

Ich muss mich immer sehr bewusst abgrenzen, wenn wieder so eine Forderung kommt - ob direkt oder unterschwellig. Das merkt sie natürlich. Denn ich stelle fest, dass viele in ihrem Umfeld diese Erwartungen erfüllen. Oder sie hat in andere auch nicht diese hohen Erwartungen.

Sie sagte mir in einer dieser Diskussionen einmal, sie habe höhere Erwartungen an mich also an andere. Sie hält mich für den sensibelsten Menschen, den sie kennt. Das heisst, ich muss spüren, wie es ihr geht und darauf reagieren. Natürlich spüre ich, wenn es ihr schlecht geht oder wenn ihr Gefühl mir gegenüber wieder nicht gut ist. Aber ich will nicht immer reagieren. Habe nicht die Energie dazu, immer wieder nachzufragen und wieder anzuhören, welche ambivalenten Gefühle ich in ihr auslöse oder was für ein Waschlappen ihr Mann ist oder welche Bürde ihr die Kinder sind. 

Ich habe das Gefühl, dass ich immer ehrlich mit ihr war. Ich spiele ihr nichts vor, sage auch (zum Abgrenzen), wie ich mich in gewissen Situationen fühle mit ihr.

Und trotzdem frage ich mich: liegt es doch an mir ? Was kann ich ändern, damit keine ambivalenten Gefühle bei ihr entstehen ? Muss ich überhaupt etwas ändern ? Oder habe ich diese Eigenschaften gar an mir, und ich merke es gar nicht so bewusst ?



was erwarte ich ?

{ 190708, 30 May 2007 } { 3 Kommentare } { Link }

Wieder einmal befinde ich mich an einen Punkt in meinem Leben, an dem es holpert. Es sind wieder ein paar Steine unter meinen Füssen, die schmerzen oder einfach unangenehm sind. Oder sie hindern sogar am weitergehen. Ich frage mich nur, wie die Steine dieses Mal aussehen. Es begegneten mir schon soviele Steine in den letzten paar Jahren. Und jedes Mal, wenn ich einen solchen Stein aus dem Weg geräumt habe, ging es wieder rasanter weiter.

Ich werde wieder mit Dingen konfrontiert, die mich stören und nerven. Und ich frage mich: sind einfach meine Erwartungen schon wieder zu hoch ? Sind das meine eigenen Persönlichkeitsmerkmale, die mich an anderen nerven ? Oder sind es Dinge, die nicht mehr zu meinem Inneren gehören, von denen ich mich schon gelöst habe ?

Ein Beispiel von letzter Woche: Ich selber kaufe nicht mehr regelmässig Zigaretten. Ich rauche von andern und bringe denen ab und zu ein Päckchen. So habe ich meine 2-3 Hauptsponsoren, denen ich ab und zu ein Päckchen bringe. So bin ich sicher, dass ich nie selber Zigaretten zuhause habe und somit auch nicht in Versuchung komme, wieder so viel zu rauchen. Trotzdem geniesse ich es, in Gesellschaft zu rauchen (so 3-8 Zigis pro Woche).

Letzte Woche sass ich mit meiner Kollegin - eine meiner Zigi-Hauptsponsoren - im Restaurant und ich sage so beiläufig: "Oh, ich glaube, ich sollte dir wieder mal Zigis bringen." Ehrlich gesagt zähle ich die Zigis nicht, die ich rauche - ich revanchiere mich nach Gutdünken, was unter Freunden irgendwie auch möglich sein sollte. Da sagte meine Kollegin in vorwurfsvollem Ton: "Jaja, das habe ich letzthin auch gedacht. Die sind so teuer. Es wäre wirklich wieder einmal an der Zeit." Ich war perplex. Und enttäuscht zugleich. Denn ich war mir nicht bewusst, dass ich schon im "Schmarotzer-Stadium" war.

Dazu sagen möchte ich noch, dass wir zusammen in einer Kirchgemeinde sind, in der ich sehr aktiv mitwirke. Ich gebe Religionsunterricht, helfe manchmal bei der Umgebungsarbeit (wischen, jäten, Rasenmähen), habe schon Anlässe organisiert usw. Alles Dinge, die ich ehrenamtlich mache und von denen sie indirekt auch profitiert. Zudem habe ich ihr schon soviele Male zugehört (war nicht immer sooo interessant), wenn sie wieder von ihren Problemen berichtete. Und sie redet ohne Punkt und Komma. Ich war in der falschen Annahme, dass man irgend wo sät und dann irgend wo erntet, und dass die Menschen um mich herum mir auch gern mal etwas mehr geben, weil ich ihnen auch gebe - aber auf andere Weise. Ich habe nicht das Gefühl, dass wenn mir jemand etwas gibt, dass ich dann schnell rennen und mich revanchieren muss. Auf der anderen Seite gebe ich auch gerne, ohne etwas zurückzuerwarten. Aber es kommt ja immer irgend etwas zurück - sei es "nur" Freude oder ein schöner gemeinsamer Tag. So knabbere ich nun an dieser lapidaren Situation.

Ich habe gestern 2 Zigi-Pakete gekauft. Aber irgend wie gurkt es mich an, wenn so rappenspalterisch mit mir umgegangen wird. Oder bin ich da einfach zu empfindlich ?

Oder bin ich gar selber so ?



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