Country Living

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Comptoir de Famille

{ 01:38, 9 January 2011 } { 0 Kommentare } { Link }

Bild gefunden auf www.desfleurs-alamesure.com, auf der Suche nach mehr Bildern von Produkten von Comptoir de Famille.

Ich besitze ein Ringbuch. Erstanden vor etwa 3 Jahren bei Veranda in Interlaken (siehe unter Links). Es ist ein Produkt der Firma Comptoir de Famille. Das Ringbuch ist aus handgeschöpftem Papier gefertigt, sein Umschlag ist mit einem mit Farbstift gezeichneten Rosenmotiv bedruckt. Darauf geschrieben steht Histoire de Fleurs. Dieses Ringbuch verbreitet einen intensiven Hauch von Romantik, Erinnerung, Vision... Es ist angefüllt mit von mir beschriebenen Blättern. Weil ich mir nicht sicher war, was ich hineinschreiben soll, legte ich diese Blätter zwischen die Ringbuchblätter. Ich sehe nun, dass das Ringbuch ein Vorläufer von diesem Blog ist.



Im Gehölz verschwinden

{ 10:21, 7 January 2011 } { 0 Kommentare } { Link }


Gehölz, Foto von Holunder

Manchmal sind die Ereignisse so einnehmend und überwältigend, und es ist als würden sie mich wegschwemmen. Das war gerade so, in den letzten 14 Tagen. Ich habe das Gefühl endlich aus einer reissenden Flut herausgefunden zu haben. Ich konne mich befreien und ans Ufer schwimmen. Da ist es still und friedlich. Die Sonne bescheint und erwärmt den Erdfleck, auf dem ich mich für eine Weile niederlasse. Über mir wiegen sich sanft die Äste von hohen Bäumen. Ich bin wieder allein. Das ist der Preis für diesen Frieden. Ich strecke mich aus, auf der warmen Erde, lasse mich sinken, mich tragen. Ich atme durch und auf, ruhe mich aus. Dann verschwinde ich im Gehölz.


Herbe Schönheit

{ 09:38, 3 January 2011 } { 2 Kommentare } { Link }
Salbei, Wurzeln, Holz, Harz
Rosmarin, Lavendel, Majoran - Duft... herber Duft....

Wacholder. Es sind diese herben Dinge...

Zur Zeit bedeckt eine Schneedecke die Erde. Ich versuche die kleinen Vögel heimlich zu füttern. Ich sage heimlich, weil es die Dohlen nicht merken sollen. Ein Dohlenschwarm ist an einem Vogelfutterplatz für kleine Vögel etwa so wenig erwünscht, wie ein Elephant in einem Porzellanladen. Dohlen bekommen auch Futter, grobe Stücke von hartem Brot, die man in den Garten schmeisst. Es ist innert Kürze zerhackt und aufgesfressen.
Natürlich haben die Dohlen den heimlichen Futterplatz schon entdeckt. Aber ich lege immer nur ganz kleine Mengen Futter hin und das finden die Dohlen nicht interessant. Nun habe ich oft eine Braunelle zu Gast, vielleicht sind es auch zwei...

Die herben Dinge... Dinge werden manchmal erst mit dem Alter herb. Wie etwa das verwitterte Holz. Verwitterung. Wenn Oberflächen dem Wind und dem Regen ausgesetzt sind... wenn Sand oder Geröll im Wasser mitgeführt wird, wenn der Wind Sandpartikel trägt... Windrosen.
Kristalle...

Wenn die Natur rauh ist und nicht lieblich. Die rauhe Schönheit der Natur...



Landkartenflechte mit Schattenwurf von einer Pflanze, Foto von Holunder

Eine Landkaftenflechte braucht 60 Jahre,
um eine Ausdehnung von einem cm2 zu erreichen.






Enzianblau

{ 10:36, 25 December 2010 } { 0 Kommentare } { Link }
Foto von Holunder


Das Vogelhaus

{ 11:35, 24 December 2010 } { 0 Kommentare } { Link }
Ich bin nicht nur von Bienenhäusern besessen... auch Vogelhäuser beschäftigen mich ausgiebig. Man gebe den Begriff "Vogelhaus" in Google Bilder ein und schaue. Es ist eine Pracht, was man alles an Vogelhäusern findet. Ich könnte mir gut vorstellen, eine ganze Sammlung davon zu haben. Seit Monaten plane ich ein dohlensicheres Vogelhaus - ein riesen Aufwand, mein Plan.... Die Dohlen in unserer Gegend sind sehr zahlreich und wenn sie Futter finden, dann stürzen sie sich drauf. Die kleineren Vögel kommen kaum zum Zug, die Dohlen fressen ihnen alles weg. Jetzt kann ich das Planen fallen lassen und das Vogelhaus endlich bauen! Meine Nachbarin erzählte mir, dass sie das Futter erst nach 16 Uhr draussen bereitstellt und auch noch am Morgen früh. Zu diesen Zeiten seien die Dohlen nicht mehr oder noch nicht unterwegs. Dann würde sie es wieder reinnehmen. So was! Ich kann also bald loslegen, mit meinem Vogelhaus.


Le château de ma mère

{ 10:28, 24 December 2010 } { 0 Kommentare } { Link }
Es schneit an Weihnachten! Wie romantisch das ist, wie mystisch. Weisse Weihnachten... und ich habe Zeit dafür! Ich hatte dieses Jahr sogar Zeit, Weihnachtsplätzchen zu backen. Alle diese aufwändigen Rezepte meiner Grossmutter. Und das ist noch nicht alles, vor einigen Tagen war ich in Bern auf dem Weihnachtsmarkt. Zeit... und Zeit für Weihnachten! Wie kommt das? Es schneite auch dort, in Bern. Die Altstadt war überall üppig geschmückt, mit Kränzen aus Tannenzweigen, Tannzapfen, Beeren, Stechpalmen und mit Laternen und brennenden Kerzen, mit Mistelzweigen und es duftete nach Glühwein, nach Zimt, nach Vanille, Caramelle... Die Schneeflocken tanzten vor dem Hintergrund der gotischen Sandsteinfassade über den Dächlein der Marktstände auf dem Münsterplatz. Was für eine Überraschung, an einem dieser Stände sie anzutreffen. Meine ehemalige Beraterin, die mich lange Zeit begleitet hatte. Sie war es damals gewesen, der ich erzählt hatte, dass ich, wenn ich die Augen schloss, nur noch Pflanzen, immerzu Pflanzen sah, damals als ich anfing, die Häuser zugunsten der Begrünung zwischen den Häusern auszublenden. Sie war es, bei der ich mich zuhause fühlte. Zuhause in der Anderswelt... aber mehr zur Anderwelt ein andermal. Sie war es, die mich darauf aufmerksam machte, wo ich zuhause bin. Bei der herben, rauhen,  Schönheit der Erde, bei den Pflanzen und in der Anderswelt, in der Unterwelt...
Und es schneite wieder als ich heute ein paar Sachen im Dorf vertrug, die ich verschenken wollte. Ich weiss gar nicht warum ich dabei plötzlich an Marcel Pagnols Le château de ma mère dachte. Dieser Roman ist in meiner Erinnerung zu einem Duft geworden, zu einer einzigen blühenden Wiese mit allerlei wilden Wiesenblumen. Mein Gefährte pflegt kleine Blumen die er sammelt zu pressen und in kleinen Schachteln aufzubewahren. Oft bekomme ich irgendwelche Briefchen, auf denen dann solche Blumen kleben. Wenn man sie ausbreitet, entsteht eine Art Spitzendecke. Auch diese Blumen bringe ich in Verbindung mit Marcel Pagnols Buch. Ich besitze ausserdem ein Ringbuch, dessen Umschlag ist mit einer Farbstiftzeichnung bedruckt ist, die Rosen darstellt. Das Papier im Ringbuch ist dick und handgeschöpft. Es ist rauh. Mir gefällt diese rauhe Oberfläche und der écru Ton des Papiers. In die Zeichnung steht mit einer Feder hineingeschrieben: Histore de Fleurs. Das Ringbuch ist von Comptoir de Famille. Es erinnert mich ebenfalls seit ich es habe an Marcel Pagnols Le Château de ma mère und an die Schachteln mit dem gepressten Blumen meines Gefährten.

Abbildung auf www.creativecorner.eu gefunden, bei Google Bild Suche nach Alpine Flowers. Ich bin begeistert, was man unter diesem Begriff an Bildern der alpinen Flora findet!



Jagdhütte

{ 06:20, 22 December 2010 } { 0 Kommentare } { Link }
Steinbockshörner an Chalet im Berner Oberland, Foto von Holunder

Die Jagdhütte...


Was macht die Jagdhütte so unwiderstehlich attraktiv? Das erste Mal bewusst wurde mir diese Attraktivität  in der Verfilmung des Romans "Mädchenkrieg".
Die jüngste der drei Schwestern und ihr Liebhaber geben sich insgeheim ein Stelldichein im Jagdhaus des Vaters des Mädchens. Sie verbringen die Nacht auf dem Bärenfell vor dem Kaminfeuer. Das Interieur dieses Jagdhauses ist der perfekte Rahmen für die sinnliche Begegnug.

Mir fiel später auf, dass unsere Jäger während der Jagd in eine Art Fieber  mit glänzenden Augen verfallen, wobei der Alkohol auch dazu beitragen mag und die Hütte wohl eher sekundär ist. Obschon, wenn die Jäger von ihren Jagdhütten sprechen, so machen sie es doch mit einer gewissen Zärtlichkeit. Sie muss für sie ähnlich aufregend sein wie das Baumhaus für die Jungs und Mädels oder wie ein Zelt, das die Kinder im Sommer draussen im Garten für ihre Spiele aufstellen dürfen. Einer unserer ganz alten Jäger blüht während der Jagd förmlich auf und dieser trinkt keinen Tropfen Alkohol. Wochenlang treibt er sich auf dem Berg und im Wald herum, als wären alle seine körperlichen Gebrechen und Schmerzen wie weggeblasen. Und das sind sie wohl. Nach der Jagd ist er völlig fit.

Eine Jagdhütte ist es nicht und auch nicht einmal ein Jagdhaus. Es ist ein Schloss. Es heisst Konopiste und steht in Böhmen. Dort nahm die Jagd einst schreckliche Formen an, sie wurde zum brutalen Gemetzel und zu einer  blutrünstigen Besessenheit. Das ist kein Aspekt der Jagd, der das Jagdhaus so attraktiv macht, sondern der anrüchige, ausschweifende Aspekt von Jagd und Jagdhütten - der Rausch.
Doch Tod und Leben gehen bei der Jagd Hand in Hand. Jäger lieben Tiere und sie töten sie. Ich kann nicht nachvollziehen, was einen Jäger bei der  Jagd bewegt, obschon ich etliche in meinem Umfeld habe. 
Einst traf ich drei Jäger. Es war Oktober und es lag schon etwas Schnee. Ich stapfte den Berg runter und die Jäger kamen mir entgegen. Ich kam aus ihrem Jagdgebiet. Da sind jetzt keine Tiere, sagte ich, habe sie  alle verscheucht, rief ich ihnen zu. Das macht nichts, sagten die Jäger, davon leben sie! und marschierten weiter.

Das Jagdhaus ist ein Landhaus mit einer spezifischen Funktion. Es ist die Unterkunft der Jäger und es wird entsprechend dekoriert, nämlich mit Jagdtrophäen und allerlei Dingen, die zur Jagd benutzt werden.  Mich  inspiriert die Atmospähre des Jagdhauses. Das Jagdhaus steht in direkter Verbindung zur Wildnis, es steht am Rande oder inmitten der Wildnis.








Heilsame Stille

{ 05:48, 20 December 2010 } { 0 Kommentare } { Link }
Ein Ort der Stille, Hochmoor im Berner Oberland, Foto von Holunder


Endlich ist es still...

dunkel auch, draussen. Eben habe ich das Teehaus zugemacht. Ja, ich habe ein Teehaus - auf dem Land. Die Kerze im Schaufenster lasse ich niederbrennen. Sie wird, zusammen mit dem Lämpchen im Fenster, die übrig gebliebenen Scones anleuchten und aus der Dunkelheit hervorheben, bevor ich sie später wegräume. Man kann Scones ja einfrieren. Das Teehaus ist ein Hobby. Ich habe das Teehaus noch nicht so lange und konnte es bisher nicht oft nutzen, weil andere Dinge Vortritt hatten.

Wenn es still wird, kann man sich seinen Fragen besser zuwenden. Oder den Bildern, die einen beschäftigen. Bilder... und Stimmungen.
Es gibt die Stimmungen der Stille...
Ich mag die Vorstellung von einem See, an dessen Ufer und Oberfläche es viel Aktivität gibt. Es ist Sommer, am Ufer tummeln sich allerlei Freizeitsportler wie Radfahrer, Schwimmer, Jogger, Paddler, Ruderer, Pedalofahrer... Am See liegt ein Freiluftbad, die Wiese ist belegt von Familien mit spielenden Kindern und dieses Bild ist unbedingt untermalt von einem übermütigen Dauergeschrei. Es ist eine Zeit wilder Aufregung, das Wasser wird verspritzt und durchgewühlt, es wird von allerlei Erhöhungen hineingesprungen, kleine Wellen schwappen ans Ufer und, wenn draussen der Dampfer vorbeigleitet, so auch grosse. Fischende Vögel kreisen über dem See. Der Wind rauscht in den Baumkronen....
Dann tauche ich ein, ins Wasser mit der glitzernden Oberfläche und schwimme hinaus. Ich entferne mich schwimmend von der tosenden Lebensfreude, der Lärmpegel sinkt. Ich hole Luft, viel Luft, genug für eine viertel Stunde oder länger, auch wenn das nicht geht. Und ich lasse mich sinken, fühle, wie sich das Wasser über meinem Scheitel schliesst. Erst ist es noch hell und die Geräusche vom Ufer noch wahrnehmbar. Dann wird es stillter und stiller und etwas dunkler. Dann lasse ich mich eine grosse Weile von dieser Stille tragen. So wie ich unter die Aktivitäten an der Wasseroberfläche tauche, tauche ich unter meine Lebensgeschichte, wo der Ursprung des Lebens liegt.

 


Bäume

{ 12:57, 19 December 2010 } { 0 Kommentare } { Link }

Blätter im November, Emmental, Foto von Holunder



Unter der Fichte, Berner Oberland, Foto von Holunder



Pflanzen als Bilder der Seele

{ 01:03, 18 December 2010 } { 0 Kommentare } { Link }

Aubergine, so gefunden im Gemüseregal im Laden... Foto von Holunder

Erst Mal war es dieses Buch von Judy Spours, das mir aus der Seele sprach: The House in Bloom. Es beschreibt in verschiedenen Kapiteln, wie Pflanzen Eingang in die Innendekoration von unseren Häusern finden.
Zuvor hatte aber meine Begegnung mit Pflanzen überhaupt stattgefunden. Es fing eines Tages an. Ich glaube das war, als mir zufällig ein Prospekt in die Hand fiel.... Ruperti Gartenreisen, Arcatour, mit Sitz in Zug. Einige Zeit später landete ich auf einer ungeplanten Reise, bei der ich aufs gratwohl durch Europa fuhr, in England und dort in Kent. Ich sah einige alte, schöne Gartenanlagen in Kent.
Oder war es viel früher schon, als ich anfing, beim Betrachten der Umgebung, die Häuser sozusagen auszublenden, zugunsten der Grünzonen zwischen den Häusern oder am Strassenrand und seien sie noch so winzig gewesen... wie etwa das Büschel Gras, dem es gelang, durch eine kleine Ritze im Asphalt zu spriessen und eine beachtliche Grösse zu erreichen...?  Ich suchte meine Umwelt nur noch nach Pflanzen ab.
Ich erinnere mich, dass es ganz am Anfang eine Zeit gegeben hatte, wo vor meinen geschlossenen Augen oder vor dem geistigen Auge ständig Pflanzen auftauchten. Es war frappant. Ich kann immer besser sehen, dass Pflanzen Wesen sind, Persönlichkeiten.



Hochstammapfelbaum

{ 12:29, 18 December 2010 } { 0 Kommentare } { Link }
Seit einiger Zeit fallen mir diese Pflanzen ins Auge...
Ich hatte noch keine Gelegenheit, ein Foto zu machen. Das letzte Mal, als ich mit dem Fotoapparat vor so einem Baum stand und durch den Sucher schaute, stellte ich fest, dass das Bild nicht das wiedergab was ich sehe und ich liess es sein. Vielleicht war ich einfach nicht in Stimmung.
Der Apfelbaum gehört zu der Familie der Rosengewächse. Die Äste der alten Apfelbäume sind eindrücklich geformt. Sie erinnern mich an Wurzeln. Es ist als würden sie bei ihrem Wachstum öfter auf Widerstände stossen, die sie zu allerlei Abweichungen von der Wachsrichtung zwingen und die sie danach wieder ausgleichen. Ein bewegtes und holperiges Wachstum, das ihnen ein knorriges Aussehen verleiht. Hinzu kommt, dass die alten Bäume stellenweise dick mit leuchtend grünen Moospolstern bewachsen sind, die sich deutlich gegen diese sehr dunkle, beinahe schwarze Rinde abheben. Im Herbst, wenn alle Blätter von den Bäumen gefallen sind, verbleiben meistens die leuchtend roten Äpfel im kahlen Gerippe der Baumkrone, weil sich heute niemand mehr die Mühe nimmt, diese zu ernten. Der Apfel ist eine mythenumwobene Frucht.


Vogelbeere

{ 10:57, 18 December 2010 } { 0 Kommentare } { Link }
auch Eberesche genannt, Foto von Holunder

A propos Vögel....

Ich wurde Zeugin, einer geheimnisvollen Szene. Unser Dohlenschwarm umkreiste gerade mein Haus, was nicht ungewöhnlich ist. Dann fingen die Vögel an, sehr tief und nah ans Haus heranzufliegen und beunruhigende Schreie auszustossen. Erst dachte ich, sie hätten wohl was fressbares am Boden gefunden, bis das Treiben immer hektischer und chaotischer wurde. Das war kein vertrautes Verhalten. Ich beobachtete, wie die Dohlen in der Gasse zwischen meinem und den Nachbarhäusern einen höchst ungeordneten Schwarm an einer bestimmten Stelle bildeten, wo etwas lag. Dann entdeckte ich dort eine Dohle und die rabenschwarze Katze meiner Nachbarin. Die Katze stand auf den Hinterläufen und schlug mit den Vorderpfoten auf die Dohle ein, die sich mit weit ausgebreiteten Flügeln unter den Attacken der Katze überschlug. Die Dohle konnte nicht mehr fliegen. Sie wehrte sich hüpfend und flatternd. Die Katze war der Grösse der Dohle nicht gewachsen und es gab ein langes Ringen. Es war einer der Momente, wo die Zeit ins Zeitlupentempo zu fallen scheint. Und da geschah das Seltsame: Die gesamte Dohlenpopulation bildete einen weiten Kreis um die beiden schwarzen Tiere, die Dohlen streckten ihre Köpfe weit vor und sendeten ein dünnes, langgezogenes, metallisches Kreischen in die Kreismitte, das nie abbrach solange der Kampf dauerte. Ein noch nie zuvor gehörter Klang. Der Schwarm erhob sich und verschwand beinahe auf einen Schlag, als die Katze schliesslich eine bewegungslose Dohle von der Strasse in den anliegenden Garten schleifte.


Pflanzen, Tiere und Steine

{ 07:13, 14 December 2010 } { 0 Kommentare } { Link }
Die Wohnung ist nicht selbstreinigend, wie der Garten.... Wenn man selber nicht gärtnert, so denkt man über die  Vorgänge im Garten eher nicht nach, vermute ich... Im Garten sorgen Mikroorganismen für Recycling und eine kosmische Kraft dafür, dass Pflanzen regenerieren, nachwachsen, sich ausbreiten und erblühen. Der Regen wäscht  alles ab und hilft beim Zersetzungsprozess. Alles was leblos geworden ist, wird relativ schnell in Humus umgewandelt.
In der Wohnung ist es an uns, die Dinge lebendig und rein zu halten. Alles was bracht liegt, verstaubt immer mehr und wird in nichts brauchbares umgewandelt. Dinge, die in der Wohnung brach liegen, verbreiten eine schlechte Atmosphäre.

Kultur. Unsere Kultur ist etwas Faszinierendes auf unserem Planeten... Es ist erstaunlich, was wir Menschen alles hervorbingen an Hilfsmitteln für unser Dasein.... Wobei das noch gar nicht so lange dauert, in der Erdgeschichte.

Ursprünglich bewohnten wir als Jäger und Sammler die Landschaft. Wir hatten nichts ausser Pflanzen, Steinen und Tieren. Unseren Körper. Und unsere Fähigkeit Werkzeuge wie Pfeile und Messer herzustellen. Wir nähten Kleider aus Leder. Wir durchstreiften die Landschaft nach Beute. Wir benutzten Höhlen, um uns vor Kälte, Nässe und Gefahr zu schützen, bis
eine Zeit kam, wo wir anfingen Behausungen zu bauen. In jener nomadischen Zeit ohne Behausungen, da war die Anbindung an die Natur sehr gross. Die Natur war Alles. Ich arbeite seit Jahren daran, es mir  vorstellen zu können. Mir fällt das Wort Rückbindung ein. Rückbindung an die Natur, der Versuch, sich der Natur wieder anzunähern. Ist nicht das Re-ligion? Dieses Wort klingt verdächtig danach, re-legare, zurückverbinden...? Vielleicht werde ich nachschauen. Aber es ist nicht so wichtig. Die Gestaltung ist wichtig. Sie ist Ausdruck der Seele, des Geistes, des Körpers, unseres Seins. Kein anderes Tier ist so mit Erfindung und Gestaltung beschäftigt, wie wir. Und darum ordnen wir uns nicht dem Tierreich zu.

Was suchen wir heutzutage in der Landschaft, auf dem Land? Unseren Ursprung?

Diese Zeit, als wir nur die Natur zur Verfügung hatten, dauerte nicht  Jahrtausende, sondern Jahr-zehn-tausende. Sie ist in unseren Genen noch genauso enthalten, wie wir das sogenannte Reptiliengehirn besitzen, unser Stammhirn und dessen Mechanismen, z.B. den Totstellreflex, welches nach und nach erweitert wurde, um weitere Bereiche, die Lebewesen aus Fleisch immer mehr Fähigkeiten schenkten.


Fast so oft wie ich die Kinder aus Bullerbü las, las ich auch ein Buch mit dem Titel "Die Mammutjäger". Ich bin in Mitteleuropa aufgewachsen und in unserem Stadtmuseum gab es eine umfangreiche Sammlung von Artefakten aus der Zeit der Steinzeit. Unter dem Dach dieses Museums gab es Atelierräume, wo Kinder hingehen konnten, um zu zeichnen, malen, töpfern, batik herstellen... ich ging hin und machte all das. Es fiel mir offenbar leicht.



Julian Bream's Farmhouse, Foto von Christopher Jones

{ 01:55, 13 December 2010 } { 0 Kommentare } { Link }

Ich komme zu dem Bild zurück, mit dem ich meinen Blog vor ein paar Wochen startete. Das Bild übt unverändert seinen Zauber aus. Warum....?  Ich kann es im Moment nicht beantworten. Ich fand es per Zufall auf dem Web, druckte es aus, rahmte es in einen kleinen Rahmen und liess es einige Monate lang herumstehen. Es passte nirgends wirklich hin, leider, so dass ich es vorläufig in einer Schachtel ablegte.
Den Artikel über das Haus, Broad Oak House in Wiltshire,  in der Nähe von Semley, publizierte "The Telegraph" am 22. September 2007. Geschrieben wurde der Artikel von Anna Tyzak. Sie schildert, wie Julian Bream gerade in seinem Cottagegarten arbeitete, als ein Nachbar ihm erzählte, Broad Oak House sei zu verkaufen. Bream und seine Frau eilten zum Besitzer, um dort zu erfahren, dass das Haus bereits verkauft war. Nun, sie stellten fest, dass es sowieso leicht zu gross war. Aber etwas Besonderes strahlte es weiterhin aus. Einige Monate später, wieder im Garten, erfuhr Bream vom gleichen Nachbarn, dass der Hausverkauf letztlich nicht stattgefunden hatte. Julian Bream erkundigte sich bei einem Immobilienhändler welcher der tiefste Preis wäre, den er bieten dürfte. 14'000 Pfund. Er fasste Mut und bot. Der Besitzer, ein alter General der britischen Armee, schlug ein, für 500 Pfund plus sei es seins. Das war 1966. Julian Bream und seine Frau bewohnten 45 Jahre lang dieses Haus . Mehr als dreissig Jahre lang renovierten sie, eins  nach dem andern.  Etwas traurig hätte Bream gesagt, es hätte sich angefühlt, als würde man das Haus für diejenigen herrichten, die anschliessend darin wohnen würden...
Im Jahr 2007 wurde das Haus für 3 Mio. Pfund zum Verkauf angeboten - und offenbar verkauft, denn es scheint nicht mehr im Angebot zu sein.

Ein Zitat aus dem Artikel: "Few country houses are as intact as Broad Oak: the house, annexe, stables, tack room and potting shed are all under one roof, surrounded by an old cobbled path.. Built of local green sandstone, it dates from the late 18th and late 19th century, and brings together stoic Georgian proportions with Victorian romantic features such as the small stained glass windows in the porch. Gradually, Bream has bought back the parkland, woods and farmland that once belonged to the estate (around 30 acres).

Ein weiteres Zitat, mit einer Aussage von Bream: "... a stone summer house with wonderful acoustic - perfect for practising guitar, surrounded by roses and sweeping lawns. I developed my career from here. I've spent such a long time at Broad Oak that it has become part of me - I love it all the time."

Julian Bream ist ein weltberühmter klassischer Gitarrist.


Bienenhaus

{ 08:53, 11 December 2010 } { 1 Kommentare } { Link }


Foto von einer Imker-Website aus der Tschechischen Republik: 
http://sk2.goo.cz/zdravi_na_dlani/vcely/med.htm


Wenn ich an Bienen denke, so fällt mir als erstes der Ton ein, den Bienen erzeugen. Summ, summ, summ, summ, summ. Summ, summ, summ, summ, summ. Wenn ich mir dieses Summ, summ, summ... summend, leise singend versuche zu vergegenwärtigen, so denke ich auch an eine heilige Stätte, an der spirituelle Gesänge praktiziert werden. Ohmmmmm, ohmmmmm, ohmmmmm... das wäre buddhistisch, glaube ich... Wesentlich ist, dass durch solche Praxis ein meditativer, stiller Zeitraum entsteht, in dem der Mensch sich zu klären versucht oder zu öffnen oder einzustimmen, damit es heiter und leicht werden kann in seiner Wahrnehmung, weil dann Heilung, was auch immer jeder darunter verstehen mag, eintreten kann.
Ich will keine Exkursion in die Religion unternehmen. Ich bin ein Naturfreak ohne Religionszugehörigkeit. Allerdings interessiert mich jegliche Art von Gestaltung und die wiederum findet sich reichlich in der Religion. Bis ins Mittelalter war Gestaltung fast ausschliesslich an Religion gebunden, diente Gestaltung dem Ausdruck von Religion.
Zurück zu den Bienen und dem Bienenhaus. Bei meiner Vorstellung von Bienenhaus fällt mir nebst dem tranceartigen Summ, summ... auf, dass ich im Gras auf Erdboden stehe, der sich weich und feucht anfühlt, der wohl humös und lehmig ist. Z.B. Mitteleuropa... Und dann kommt noch eine weitere Wahrnhemung hinzu, der Geruch von Harz, Nadelgewächs also...  Dieser Geruch ist vorherrschend und es muss in der Nähe Wald geben... Waldhonig also? Das ist weniger wichtig... Es ist wichtig, dass Sinne angeprochen sind. Ich denke nicht einmal an die viele Arbeit, die das Bienenhaus verursacht. Sondern an dieses Sinneserlebnis von Licht, Leichtigkeit, Erdverbundenheit und berauschende Düfte. Denn es gibt  in der Umbebung des Bienenhauses reichlich Wiesenblumen, Kräuter, blühende Büsche, Bäume... Ich staune, in was für einer wundervollen Welt die Biene lebt! Düfte und Farben. Und alles Echt! Kein Plastik, keine Imitationen von Gerüchen. Ich hasse Plastik und Imitationen von Gerüchen!! Bitte, nehmt das nicht so ernst, wenn Ihr es lest, ich muss selber über mich lachen, wie vehement ich dieses Zeug verabscheue. Und es ist wirklich so. Trotzdem, natürlich habe ich auch reichlich davon, weil ich diesem Zeitalter nicht ausweichen kann oder soll... Andere verabscheuen wiederum Bienen und Honig, es gibt solche in meinem Freundeskreis. Egal. Nochmals zurück an diesen Ort mit dem Bienenhaus... zurück zu diesem ablegenen und stillen Ort, wo das leise Summ, summ, summ, summ, summ, summ zu einem mächtigen Geräusch wird, irgendwie... als würden die Mühlen mahlen... in diesen lichtdurchfluteten, blühenden und berauschend riechenden Garten. Da möchte ich leben - und dann auch sterben. Ich stelle es mir hier ganz leicht vor, ein kampfloses hinübergleiten, sich einfach immer weiter ausdehnen und nicht mehr zurückkehren in seine Grenzen, aber in diesem Licht-, Farb- und Dufterfüllen Raum verbleiben dürfen...



Simply Country, ländlich einrichten - wohnen - leben

{ 03:08, 7 December 2010 } { 0 Kommentare } { Link }
Zitat aus "Simply Country, ländlich einrichten - wohnen - leben", von Liz Bauwens/Alexandra Campbell: Der Hang zum Überlieferten schafft die Grundlage für einen authentischen Landhausstil. Stadthäuser folgen der Mode, und mit Geld lässt sich alles schnell renovieren oder austauschen. Auf dem Land behilft man sich seit jeher mit Materialien, die zur Verfügung stehen, arbeitet um, was man besitzt und repariert alles, bevor man es ersetzt. Und ersetzt wird nur, wenn es unbedingt sein muss.
Und noch ein Zitat aus demselben Buch: Mit dem Begriff "Landhaus" verbindet man unwillkürlich einen heimeligen Zufluchtsort mit knisterndem Holzfeuer, erholsamen Spaziergängen und einer engen Verbindung zur Natur. "Country" als Dekorationskonzept bedeutet leicht, entspannt und hübsch. Während Stadthäuser für alles Schicke, Neue stehen, ist ein Landhaus romantisch, atmosphärisch und bequem - ein Sammelsurium aus altmodischen Stoffen, frischen Streifen in Blau-Weiss, einem Holztisch oder Weidenstuhl, den man aus der Versenkung geholt hat - sogar alte Hauseinbauten und Zubehörteile werden zu neuem Leben erweckt, neu angestrichen oder aufgearbeitet, bis sie Teil eines Flickenteppichs aus Erinnerungen sind. 


Grüner Lack

{ 06:01, 5 December 2010 } { 1 Kommentare } { Link }
Grün lackierte Fensterläden an einem Chalet im Berner Oberland
Foto von Holunder

Hinter jeder Farbe steht eine persönliche Geschichte, die von einer persönlichen Wahrnehmung spricht. Das Verhältnis, das wir zu einer Farbe haben, ist von unserer Biografie geprägt, aber auch von kollektiven Übereinkünften. So sind Fensterläden oder Gartenbänke häufig grün.


Die Kinder aus Bullerbü

{ 05:37, 5 December 2010 } { 0 Kommentare } { Link }
Dieses Buch las ich als Kind wohl zehn bis zwanzig Mal. Trotzdem erinnere ich mich kaum an die Einzelheiten. Eine der wenigen Szenen von denen ich mir eine lebendige Erinnerung bewahren konnte ist die, als die Mutter von Lisa, Lasse und Bosse Möbel neu lackiert. Am Ende bleibt noch etwas Farbe übrig und Lisa darf ein Tablett bemalen. Wenn ich mich richtig erinnere, so war die Farbe grün. Es gab eine Zeit in meiner Jugend, wo ich alles mögliche grün bemalen wollte. So z.B. mein Fahrrad, mein Mofa, meine Skier... Meine Eltern leisteten aber genügend Widerstand, so dass ich es bleiben liess. Dafür malte ich eines Tages eine ganze Wand in meinem Kinderzimmer Ocker an und stellte meine Eltern am Abend, als sie nach Hause kamen, vor beendete Tatsachen. Diese Malerei war ziemlich fleckig, aber für mich war das kein Problem, mir gefiel die Farbe. Ocker ist immer noch, vierzig Jahre später, eine meiner bevorzugten Farben, um darin zu wohnen und sich darin zu kleiden. Es gab eine Zeit, wo ich mein Leben völlig umkrempelte. Damals fiel mir das grüne Tablett aus Bullerbü wieder ein und ich machte mir einige Gedanken zu einem Geschäft mit Recycling-Gegenständen. Es blieb bei den Gedanken und bei einigen Notizen, die ich vermutlich noch im Archiv habe. Die Szene aus den Kindern aus Bullerbü ist mit meiner Erinnerung an die Küchenmöbel im Hause meiner Grossmutter verknüpft. Vielleicht weil diese einen Anstrich gebraucht hätten...


Veranda

{ 12:27, 28 November 2010 } { 0 Kommentare } { Link }
Es war ein weiterer Volltreffer, die japanischen Papierlampen durch geflochtene zu ersetzen. Es war genau das, was es in diesem Wohnraum brauchte.... um.... ich kann es noch gar nicht richtig formulieren.... manchmal braucht es Zeit.... später vielleicht. Es hat mit der Beleuchtung zu tun, mit der Art des Lichts, und das ist ein anderes Thema. Die geflochtenen Möbel im Durchblick zum Wintergarten und die  neuen geflochtenen Lampen im Wohnraum korrespondieren nun miteinander. Die geflochtenen Lampen sind gedrungener als es die Papierlampen waren und sie nehmen weniger Raum ein. Dadurch gewinnt das Zimmer an Grösse zurück.
Volltreffer setzten allerdings Arbeit voraus. Die Form und Grösse der Lampen hatte ich zuvor wochenlang in verschiedenen Varianten visualisiert und auch hatte ich einige Geschäfter und das Internet nach Lampen abgesucht. Ich fand lange Nichts ausser ständigen Versuchungen, von meiner Idee abzuweichen. Ich blieb resistent. Dann kam der Tag wo ich fündig wurde - Form und Material genau wie vorgestellt. Was nicht so genau meiner Vision entsprach war die Farbe. Ich dachte, o.k., das ist das kleinste Problem, ich werde das Geflecht bemalen. Doch probierte ich es erst Mal ohne zu Malen und siehe da, es ist gar nicht nötig. Der helle Naturton ist noch besser.
Veranda... Die Veranda ist ein Raum, wo Innen und Aussen aufeinandertreffen. Nun bringen die Lampen diese Veranda-Stimmung aus dem Wintergarten in den Wohnraum hinein. Das Aussen darf weiter in den Innenraum vorstossen und darum geht es. 


The Old Witches' Garden - Magick Begins Here

{ 04:52, 27 November 2010 } { 1 Kommentare } { Link }

Schild, gesehen im Hexenmuseum in CH-Biberstein, hergestellt in den USA, www.thehomespunraven.com

Es war ein Volltreffer, den Begriff Witches' Garden in Google-Bilder einzugeben. Gärten, die sogenannten Zauberpflanzen - d.h. Heilpflanzen - vorbehalten sind, haben eine besondere Ausstrahlung, eine andere als  Ziergärten... Dazu später mehr.



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