Country Living

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Für oder gegen das Gerümpel des Alltags?

{ 01:48, 6 May 2012 } { 0 Kommentare } { Link }
In Anbetracht von Gerümpel packt mich das Entsetzen. Oder ich werde depressiv.
Gerümpel, Gerümpel, Gerümpel... bis ich den Überblick verliere, also Gerümpel wohin das Auge reicht? Das klingt als befände ich mich auf der Mülldeponie einer Stadt von mehreren Millionen Einwohnern. Eine masslose Übertreibung. Das Gerümpel ist nur Teil meines Besitzes. Nachdem ich aus einer Wohnung mit Keller und Estrich in eine ohne diese Abstellräume gezogen bin, habe ich das Gerümpel "vorübergehend" in meinen Geschäftsräumlichkeiten deponiert, an einer Wand, um sie unsichtbar abzudecken, mit Schiebewänden vielleicht, so ist die Absicht. Nach Feng Shui verstopft das Gerümpel gerade einen Streifen derjenigen Bereiche meiner Geschäftsräume, die für Wohlstand, die Vorfahren und das Wissen stehen. Bedrohlich. Aber solches Feng Shui ist doch nur Aberglaube, oder?

Wegwerfen ist für manche Menschen schwierig oder geradezu unmöglich. Auch wenn ich Dinge wegwerfe, schon sehr viele weggeworfen habe, weil ich im Verlauf meines Lebens oft umgezogen bin, erfuhr ich keine Energieschübe durch diese Entrümpelung, wie sie in Karen Kingston's Buch "Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags" beschrieben werden.
Das Behalten ist zwanghaft, lautet mein selbstkritisches Urteil.
Ich glaube, die Aussage in diesem Buch ist nicht differenziert genug, behauptet der andere Teil. Der Energieschub kann nur erfolgen, wenn sich beim Wegwerfen innerlich etwas löst oder wenn das Wegwerfen geschieht, weil sich innerlich erst etwas gelöst hat. Je nach tiefe der Verletzung kann eine solche Auflösung  sehr, sehr lange dauern oder gar nie erfolgen, bis ins Grab. Es ist Quatsch zu behaupten, dass Dinge, die während zwei Jahren nicht benutzt worden sind, reif sind, weggebeben zu werden.

Jedes Material trägt das Potenzial in sich auf eine kreative und ästhetische Weise wiederverwertet zu werden, wehrt sich eine weitere Stimme. Eine gute Ausrede? Vielleicht.
Es ist aber eine Tatsache, dass aus Stoffresten wunderschöne Quilts entstehen können. Und solange ich nicht definitiv eingerichtet bin, kann ich die Lampen, die ich jetzt in zwei grossen Schachteln aufbewahre nicht wegwerfen. Nur, ich war noch nie defintiv eingerichtet, also muss ich nicht nur die Lampen aufbewahren....
Wenn mir jemand sagt, dass Aufbewahren Raum, Zeit und Geld kostet, so prallt das ab an mir, obschon das tatsächlich völlig richtig ist. Also ist es ein Luxus, Gerümpel zu horten?

Ich bin gegen Wegwerfen. Punkt, basta. Es ist ausserdem unökologisch. Ein weiteres, schwaches Argument....
Aber es tut gut zu sagen: Ich bin gegen Wegwerfen. Punkt, basta. Darum sagte ich es gerade noch einmal!
Und nun bin ich gespannt, wie sich dieses Postulat auswirken wird...


In Google auf den eigenen Blog gestossen

{ 08:24, 3 May 2012 } { 0 Kommentare } { Link }
Während einem ganzen Jahr habe ich keinen Blogeintrag mehr geschrieben... Das sagte vor Jahren ein Bekannter zu mir, der damals Kulturredaktor war: Es gibt eben zwei Typen von Menschen, nämlich diejenigen, die leben und diejenigen, die über das Leben nachdenken oder so ähnlich. Ich habe vor einem Jahr  plötzlich aufgehört diese Gedanken über die schönen Dinge aufzuschreiben. Heute bin ich im Internet auf meinen eigenen Blog gestossen, als ich mal wieder den Suchbegriff Simply Country in Google eingegeben habe. Das war komisch und seltsam zugeleich. Ich bin im eigenen Blog gelandet und weil ich ihn seit einem Jahr nicht mehr geöffnet hatte, war er mir etwas entfremdet, erst Mal. Dann fiel mir aber sofort ein, wieviel schöne Dinge ich gesehen habe und dass ich gar nicht weiss, wo ich beginnen sollte, wenn ich darüber schreiben möchte. Also will ich erst nachspüren, ob ich wieder Zeit und Lust habe.


Begehrenswert weil herb....

{ 04:16, 12 May 2011 } { 0 Kommentare } { Link }
Hier wurde eine alte Sense als Scharnier wiederverwendet.
Foto von Holunder


Begehrenswert weil herb...

Baumrinde und ungehobeltes Holz ist herb, Felsoberfläche und Steinbrocken sind herb, unglasierter Ton ist herb...
Den Garten umgraben, das Pferd striegeln, Stein oder Holz von Hand bearbeiten, das ist herb... Wenn Holz mit der Axt geschlagen und behauen wurde, so sah man seiner Oberfläche diese Bearbeitung an. Bei dieser Bearbeitung wird kein Balken gleich wie der andere. Das macht den Reiz eines alten Hauses aus und eine Balkendecke unter dem Dach so attraktiv - jeder Balken ist eine Art Individuum, weil jeder ein wenig anders ist.
Wenn Menschen sich früher ihre Häuser bauten, so trugen diese Häuser die Spuren der Handarbeit. Heute sind wir zumeist befreit von solcher Handarbeit. Seit der industriellen Revolution, die in England ihren Anfang nahm, mussten wir immer weniger Hand anlegen. Handarbeit geriet immer mehr in Vergessenheit oder gar Verrufung. Leute, die noch etwas von Hand herstellten galten als Träumer, wurden als Idealisten belächelt oder galten sogar als unterbelichtet oder bescheurt. Im Besten Fall akzeptierte man sie als Künstler. Aber auch da nicht mehr lange. Die Kunst sollte die technische und gesellschaftliche Entwicklung widerspiegeln. Man stellte sich vor, dass die Industrie und die Technik würden die Menschheit völlig verändern, erlösen, über die Natur erheben, Landesgrenzen auflösen und so weiter.... Ich bin in diesen Jahren aufgewachsen. Die 60-er und 70-er Jahre.... Da gab es nichts herbes mehr. Beton, Plastik und Elektronik  waren das Ziel.Beton kann schon auch herb wirken, meistens wirkt es aber nur scheusslich. Ich bin wirklich gebrannt von diesen Dingen. Wieviel man davon verträgt scheint sehr individuell zu sein. Viele Leute haben überhaupt kein Problem damit, im Gegenteil.
Ich empfinde es als grosse Lebensqualität, einen Garten zu bearbeiten, Holz oder Stein zu behauen, Ton zu formen, eine Pinsel in die Hand zu nehmen und Möbel und Wände zu bemalen, ein Pferd zu striegeln und zu bewegen oder in groben Schuhen über holperige Erdpfade zu stapfen. Ich wurde in eine solche Umgebung hineingeboren. Eines Tage wurde ich von dort weggerissen und es dauerte sehr lange, bis mir klar wurde, dass ich dorthin zurückkehren will. Das ist gar nicht so leicht, man kann nicht einfach etwa 20 Jahre seines Lebens streichen. Die Erfahrungen inmitten von Betons, Plastik und Elektronik waren auch prägend.
Es gibt den Ausdruck der Entwurzelung und der Verwurzelung. Eigentlich spricht man dann von Pflanzen, sehr häufig passiert dies aber auch mit Menschen. Entwurzelung wirft eine Pflanze im Wachstum zurück. Wenn man sie an einen anderen Ort setzt, so schlägt sie sich durch und verwurzelt wieder. Das ist bei einem Menschen ähnlich.

 
Moos in einer Felsspalte, Foto von Holunder


Wunderschönes Farbstyling

{ 10:20, 10 May 2011 } { 0 Kommentare } { Link }
Wiedersehen in Rose Abbey. Auch in diesem Film habe ich wunderschöne Farbkompositionen gesehen. Verschiedene Blau und Grün der gedämpften Art. Sie entstehen, wenn man etwas Orange ins Blau und etwas Rot ins Grün mischt. Das Blau des Meeres und das Blau des Himmels. Die Küste gesäumt in Beige, Weiss und hellen Brauntönten, die Farben der  Klippen und Sandstrände. Sie verleihen dem Zusammenspiel von Grün und Blau eine sanfte, erdige Note. Der Ort, Rose Abbey, ist ein historischer Gebäudekomplex, seine Mauern sind aus dem lokalen Gestein errichtet, es ist von gedeihenden Gärten umgeben und in eine saftig grüne Hecken- und Feldlandschaft gesetzt.

Steven Mortimer ist Rosenzüchter in Rose Abbey. Sein Bruder Gordon Mortimer stellt aus diesen Rosen Parfum her. Steven ist gerade eine neue Züchtung gelungen, die er Lilly nennt. Es ist der Name derjenigen Frau, die ihn vor beinahe dreissig Jahren geliebt und verlassen hatte, weil er sich damals nicht von seiner geistlichen Laufbahn abbringen lassen wollte. Zu spät war es, als er einsah, dass seine religiöse Überzeugung nicht stark genug war, Lilly war verschwunden. Gordon Mortimer stehen kurz davor ein neues Parfum auf den Markt zu bringen und es ist höchste Zeit dafür, denn die Firma Mortimer braucht dringend Geld, um einen Bankkredit zurückzuzahlen, als eine Frau in der Firma auftaucht, Rosanne, die alles durcheinanderbringt.

Wunderschön sind auch die Farben, in denen die Darsteller der Geschichte gekleidet sind, das Licht, das auf ihre Gesichter fällt und die Farben der Interieurs und Schauplätze, wo sich die Geschichte abspielt. Das Cottage, wo Rosanne wohnt, ein Natursteinbau, ist hell eingerichtet, mit viel Weiss, Beige, helle Brauntöne, Rosanne ist in Pastelltönen gekleidet, Rosa, Mauve, Lila, helles Blau oder helles, sanftes Gelb. Das Laboratorium der Parfumherstellung hat eine hellgelbe Wandfarbe, gegen die sich die Pflanzenextrakte in den Reagenzgläsern in schillernden und funkelnden transparenten Farben abheben wie klare Edelsteine. Das Team trägt Laborkleidung in einem warmen, gelben Naturton, der an vertrocknetes Gras erinnert.
Wenn Adrian und Rosanne sich am Meer treffen, so fügt sich ihre Kleidung in die Farbe des Meeres, des Himmel und die Erdtöne der Küstenlandschaft ein.
Der Chemineeraum in der Abbey wird von flackernden Feuer und einigen wenigen Lichtquellen erleuchtet. Aus den Brauntönen von Cognac über Chocolat mit einer Tendenz zu dunklen Rottönen treten die antiken, aufwändig gearbeiteten Holzmöbelstücke und gepolsterte Sitzmöbel hervor.
Wunderschön wie immer in Pilcher-Filmen, wie sich die Geschichte zumeist draussen in der Landschaft abspielt, am Sandstran, in den Klippen, in einem kleinen Flieger mit Cornwall aus der Vogelperspektive, mit dem Vespa auf der Küstenstrasse, im Garten vor dem Cottage, in der Rosenzucht, im Kreuzgang der Abbey, im grossen Gartengelände vor dem historischen Gebäude der Mortimer LTD
.


Aus einem Garten in der Provence

{ 07:41, 8 May 2011 } { 0 Kommentare } { Link }
French Door...

heisst die Sorte Tür, die aus Wohnräumen direkt in den Garten oder auf eine Terrasse führt. Sie ist wie ein Fenster gebaut, das bis zum Boden hinab reicht, wobei das Glas öfter ab Kniehöhe beginnt.
Eine solche Tür trennt Natur und Wohnraum nur leicht und sie wird bei Landhäusern verwendet, die mit dem Zweck gebaut sind, die Natur geniessen zu wollen. Es ist ein wunderbares Gefühl, aus dem Wohnraum hinaus, ohne über Stufen oder durch Korridore hindurch, mit einem Schritt in den Garten treten zu können. Man benutzt den Garten als weiteren Wohnraum, setzt sich mit Tee und einer Lektüre oder in Gesellschaft hinaus, wärmt sich an der Sonne und lässt die Düfte und Geräusche des Gartens mit dem Lufthauch an sich herantragen. 
Es ist ein Stück besonderer Freiheit und Lebensqualität. Es ist ein Leben, zu dem Pflanzen und die Bewohner des Garten mit hineingehören. Es ist ein entspannter Umgang mit der Aussenwelt als Quelle der Schönheit und damit ein Genuss, dessen man sich bewusst ist und der dank der French Door leicht zugänglich ist. Die French Door ist Symbol eines Lebensstils.

Gehölz aus einem Garten in der Provence, Foto von Holunder
 


Ein Gartenpavillon

{ 01:29, 8 May 2011 } { 0 Kommentare } { Link }
Summerhouse, Hersteller: Scotts of Thrapstone, Foto ex Website des Herstellers

Gefunden heute morgen in einer alten Ausgabe von Gardens Illustrated, May 1999. Der Pavillon ist noch im Sortiment, nebst anderen.
Es sprang mir sofort ins Auge, beim Durchblättern dieser Ausgabe, in der ich gestern Abend schon einen Artikel las. Es war ein Bericht über Natascha und Sir Stephen Spender, beide Dichter, die ein altes Haus in Südfrankreich kauften, wo sie im Verlauf von vielen Jahren einen idylischen Garten anlegten. Im Verlauf von vielen Jahren... Es erinnert mich an die Geschichte des Guitarristen Julian Bram, der sein altes Broad Oak House ebenfalls im Verlauf von vielen Jahren renovierte und einrichtete, so dass es sich manchmal anfühlte, als würde er es für jemanden herrichten, der dann erst einziehen würde...
Der Gartenpavillon... Es ist grün lackiert. Immer wieder ist es der grüne Lack, der mich anspricht. Es ist mit Kissen ausgelegt, die mit einem grün-weissen Karostoff bezogen sind. Und ich würde es ganz gut in dem Garten sehen, den Alice auf ihrer Wanderung durchs Wunderland besucht und wo Cricket mit Gänsen anstatt mit Holzschlägern gespielt wird... er ist etwas theatralisch und heiter auch.
Der Gartenpavillon ist ein Platz im Garten, wo auch bei Regen Tee und Kuchen serviert werden kann. Er ist ein kleines Gebäude mitten im Garten, mit Abstand zum Haus, und wenn der Garten gross genug ist, kann er irgendwo ganz verborgen aufgestellt werden. Es ist ein Ort für eine Begegnung in der Natur, an dem man es sich recht bequem machen kann, alleine, zu zweit oder in einer kleinen Gruppe. Sicherlich ein Ort, an dem viel Geschichte geschrieben wurde, vor allem Familiengeschichte.


Entdeckungen

{ 06:17, 1 May 2011 } { 0 Kommentare } { Link }
Vor zwei Jahren entdeckte ich beim Surfen einen Laden mit dem Namen Country Living. Country Living war für mich bis dahin die Zeitschrift gewesen, die ich damals entdeckt hatte, als ich anfing, mein Leben von der Stadt in die Berge zu verlegen. In diesem Magazin aus England finde ich eine Welt der Innendekoration, die mich verzaubert wie nichts sonst. Es geht ein Charme davon aus, der mich in einem Mass in Bann zieht, wie ich ihn bisher nicht erfuhr - oder doch? Kann ich mich vielleicht nicht mehr erinnern? Soll ich mich vielleicht an etwas erinnern? An Alice in Wunderland, an den Bären Pu... an die Kinder von Bullerbü... Als ich die Bilder auf der Website des Ladens Country Living anschaute, stellte ich erfreut und überrascht fest, dass sie sich in die Sammlung der Bilder aus dem Country Living Magazin, wie sie in meiner Erinnerung gespeichert sind, völlig einfügten. Ich besuchte den Laden einige Male und kaufte Accessoires für meine Wohnung.  Und ich suchte neugierig das Gespräch mit der freundlichen Ladenbesitzerin. Die website befindet sich bei meinen Links.

Bisher kann ich keine Worte finden für was mich an Country Living so anspricht. Aber die Anziehung, die von der Zeitschrift ausgeht wurde so gross, dass ich vor drei Jahren einen Umweg über London nach Teneriffa machte, um eine Messe zu besuchen, die von Country Living zwei Mal im Jahr veranstaltet wird. Ich war eine der ersten Besucherinnen am frühen Morgen und es war gerade noch ziemlich ruhig. Ich suchte herum und steckte dabei die Nase in eine Koje, die auf einen Blick zu erfassen war, so dass ich gleich weitereilte... doch war sie von einer klaren Ästhetik und einer erfreulichen Ausstrahlung. Die Ausstellerin, eine Designerin, sagte Hallo und steckte mir eine Karte zu, die ich anschliessend bei mir aufstellte und die ich noch aufbewahre. Es ist eine Karte mit einem Weihnachtsmotiv, die mich genauso frappant an Etwas erinnert... was ich nicht beschreiben kann. Ich habe inzwischen die Website dieser Designerin öfter besucht und bin jedesmal sehr beglückt über diese Präsentation.
Die website befindet sich bei meinen Links.

Ich könnte die Liste fortsetzen, mit meinen Besuchen bei Veranda oder dem Nachmittag, als ich nach dem Umzug vor zwei Jahren den Fernseher anschloss und zum ersten Mal einen Rosamunde Pilcher Film entdeckte. Entdeckungen....
Diese Entdeckungen haben eine besondere Bedeutung, die mich ununterbrochen beschäftigt und ich fühle, dass sie sehr wichtig ist, vielleicht eine Art Wegweiser...? Sicherlich ist eine Sehnsucht dabei, eine grosse... die ziemlich schwierig zu erklären ist... 


Im Country Living Laden (Adresse bei den Links) - Foto von Holunder




Ocker Interieur

{ 07:13, 21 February 2011 } { 0 Kommentare } { Link }
Bild aus Judy Spours' "The House in Bloom"

Dieses Interieur spricht, noch mehr als das grüne, von Erdverbundenheit. Der Ton an der Wand ist Ocker, eine Erdfarbe. Es ist auch die Farbe von Holz. Ocker gibt es, wie auch Holz, in vielen Tönen, von den gelblichen über rötliche zu braunen Ockern. Das gelbliche Ocker in diesem Zimmer fühlt sich für jemanden wie ich (mit Venus im Sternzeichen Stier), einfach umwerfend an. Es ist so anschmiegsam, so warm und so weich, es duftet nach Holz, nach Erde, nach Kräutern, nach Harz, nach einem glimmenden Feuer, obschon der Kamin nicht brennt. Eine Farbe, eine Fülle von Bildern breitet sich aus. Natürlich ist das mit jeder Farbe der Fall. Dieses Interieur lebt ausserordentlich von seiner Wandfarbe.


Das grüne Interieur

{ 02:16, 13 February 2011 } { 0 Kommentare } { Link }
Foto aus "The House in Bloom", von Judy Spours

Das Bild rückt die herbe Romantik in den Vordergrund, die von dem Grün und den rohen Balken ausgeht. Man wähnt sich beinahe im Wald. Es ist nur ein kleiner Ausschnitt des Zimmer abgebildet: im Vordergrund eine Ecke des Bettes, ein rustikales Himmelbett mit weissem Überwurf und Kissen mit verzierten und gerafften Bodüren, mit Spitzen und Stickereien,  die Stoffoberfläche wirkt so äusserst reizvoll und passt gut zum rauhen Holz. Der Baldachin aus einem grün-weiss karierten Baumwollstoff über dem Bett  hängt zwischen den Pfosten in lässigen Falten leicht hinab. An der Wand hinter dem Bett steht ein Holzstuhl mit geflochtener Sitzfläche. Er könnte gut über 100 Jahre alt sein. Seine Formen sind geschwungen und es gibt gedrechselte Elemente an den Beinen. Den Hintergrund zu Stuhl und Bett bildet das Fachwerk, offenbar im Dachgiebel, der grün bemalte Verputz dazwischen und einige Kränze aus Zweigen, die sich davon abheben. Grün... "Foliage" heisst der Titel dieses Kapitels, also Blattwerk. Auf einem weiteren Foto sind grün-weisse Kürbisse abgelichtet, mitsamt ihren dicken, rankenden Stielen und grossen krautigen Blättern. 


Echtes Material

{ 07:08, 3 February 2011 } { 0 Kommentare } { Link }
Fels, Stein, Steinhaus, Skulpturen
Erde, Lehm, Ton, Tonwaren, Gefässe
Baum, Baumstamm, Blockbau, Holzhaus, Holzmöbel

Felsgrund und alpine Vegetation, Foto von Holunder

Echtes Material wird direkt der Natur entnommen. Es ist ein Geschenk der der Erde...



Stoffe

{ 05:12, 30 January 2011 } { 0 Kommentare } { Link }

Vogelbeere, Foto von Holunder

Stoff oder Textil entsteht durch Weben. Gewebe lösten vor langer Zeit Felle und Häute als Material für Bekleidung ab. Das Weben ist eine alte, menschliche Erfindung. Die Herstellung von Textilien hat eine entsprechend lange und kulturspezifisch geprägte Geschichte. Eben durchforstete ich mein Fotoarchiv, das zumeist Abbildungen von Pflanzen enthält. Ich war auf der Suche nach einem Bild, das mich daran erinnert, was das Ziel meines Blogs ist, weil ich merkte, dass ich dabei bin mich zu verirren... Ich habe eine Reihe von Abbildungen der Eberesche zur Zeit des Herbstes, mit roten Beeren. Unter diesen Bildern fiel mir eines auf. Es erinnerte mich an Stoffdruck, besonders seine Flächen oder Räume, welche die Beeren umgeben und die von den gefiederten Blättern und den Formen des Hintergrundes ausgefüllt sind, die sich im Foto mangels Tiefenschärfe auflösen. So kam ich also auf Stoffe und Textilien, die öfter mit pflanzlichen Motiven dekoriert werden. Dekorationsstoffe... Textilien sind das weiche und fliessende Element in unseren Inneneinrichtungen, im Gegensatz zu Schränken, Kommoden und Tischen, die aus harten Materialien - ursprünglich immer aus Hölzern - hergestellt werden müssen, um stabil zu sein. Stühle, Sessel, Sofas und Betten werden gepolstert, damit wir bequem sitzen oder liegen können. 
Könnte man nicht sagen, diese Möbel kommen uns im wahrsten Sinn des Wortes näher als Schränke? Etwa dazwischen befinden sich also Tische, auf denen wir arbeiten und Essen. Ja,  wir haben wohl eine mehr oder weniger distanzierte Beziehung mit unseren Möbeln! Mit Stoffen haben wir ganz klar eine intime Beziehung.

Einer meine Freunde bezeichnete das Dekor in einer Wirtschaft als fummelig, weil der Tisch mit einem Tischtuch belegt und der Lampenschirm mit einem gerafften Stoff bespannt war. Ich vermute, so wie ich ihn kenne, er wollte damit (mal wieder) ausdrücken, dass er ein Verächter solcher Gestaltung war...

Textilien werden mit Weiblichkeit verbunden... Aber darauf wollte ich nicht eigentlich hinaus.

Stoffe verleihen dem Interieur Behaglichket und Wärme, sie können die Atmosphäre weicher erscheinen lassen, romantischer, intimer, dekorativer und vieles mehr... Stoffe und ihre Verarbeitung prägen den Charakter eines Raums. Die Möglichkeiten von Stoffdesign sind schier unendlich. Stoffe sind eine Quelle der Inspiration und Träger einer grossen Vielfalt von Schönheit.


Im Teehaus

{ 10:33, 21 January 2011 } { 1 Kommentare } { Link }
Foto von Holunder

Auf der Theke das Geschirr für die Gong Fu Cha Teezeremonie - die chinesische Art Tee zuzubereiten und zu trinken, hier in einem Interieur mit Fichten-Baumstammtischen und Hockern. Tee - eine Pflanze, Camelia Sinensis, hunderte von Teesorten. Tee zu geniessen, ist mindestens so vielfältig und interessant wie Wein zu geniessen. 



Interieur in Grün

{ 09:52, 18 January 2011 } { 0 Kommentare } { Link }
Berner Oberland, Hochmoor, Foto von Holunder

Das Grün der Landschaft im Bild wirkt weich und einladend. Heidelbeeren, Arnika, Preiselbeeren, Gras, Fichten, Heidekraut, Wollgras, Farn, Steinpilze, Eierschwämme, Enzian, Moose, Flechten, Engelshaar, Hahnenfuss, Teufelskralle, Silberdistel, Krokus, Soldanelle, Huflattich, Storchenschnabel, Butterblume, Alpenrose, Knabenkraut, Frauenschuh, Gelber Enzian, Fliegenpilze, Bovisten, Landkartenflechte, Föhre, Ahorn, Vogelbeere, Wasserdost,  Leimkraut, Thymian... Ich nenne nur einige wenige Pflanzen, wie sie mir gerade einfallen, die man im Bild begegnen würde.

Grün ist die Farbe von Fensterländen, von Gartenbänken und Giesskannen... Grün ist die Farbe von Zimmerpflanzen in der Nähe von Fenstern. Eher selten sieht man grün bemalte Zimmerwände.

In Judy Spours The House in Bloom gibt es eine Abbildung von einem Schlafzimmer. Offenbar ist es ein Zimmer im Dach eines Fachwerkhauses, das Fachwerk gliedert Wände und Dachschräge. Der Verputz zwischen den Balken, die naturbelassen sind und offensichtlich alt, ist mit einem satten aber zurückhaltenden Grün bemalt. Indem man etwas von der Farbe direkt gegenüber im Farbkreis in das reine Grün mischt, bricht man den Farbton, macht ihn weich und gedämpft. In Fall von Grün ist es Orange. Es könnte allerdings aber auch etwas Schwarz oder Grau beigemischt worden sein, um den Grünton zu brechen, das ist auf einem Foto schwer zu erkennen. Das grün bemalte Schlafzimmer vermittelt den Eindruck, sich draussen in den Wäldern zur Ruhe zu legen. In diesem Zimmer wird der Eindruck von Wald durch das Fachwerk und einige Details verstärkt. Das Bett ist mit einem  grün-beige karrierten Stoff überdacht. Am Fachwerk hängt eine Sammlung von Kränzen aus getrockneten Zweigen und Wiesenblumen. Ansonsten ist das Zimmer ziemlich leer, so dass das Grün an der Wand wirken kann. Eine sehr schöne Atmosphäre, die eine erdende Wirkung hat. Man kann sich darin gut "setzen", sich niederlassen und einen inneren Frieden finden.


Das Teehaus

{ 05:53, 18 January 2011 } { 0 Kommentare } { Link }
Nach dem Ausflug zum traumhaften Jeanne d'Arc Living Stil komme ich zurück ins Hier und Jetzt, zu meinem Haus, meinem Dorf, der Landschaft in der es liegt, den Pflanzen die hier wachsen, ich komme zurück vor meine Haustüre und in meine Wohnung. Es ist wichtig zu sich zurückzukommen, sich nicht zu verlieren.

"Arbeiten Sie mit dem was Sie haben." Diesen Tipp finde ich immer wieder gut. Wenn ich mit dem arbeite was ich habe, so kann sich das sehr gut anfühlen. Einmal kommt immer der Moment, wo es unumgänglich wird, etwas Neues dazuzunehmen.


Da wo ich lebe wachsen keine Misteln, aber viele Fichten oder Rottannen. Ich spreche die Mistel an, weil ich früher ein Mistelmotiv auf einigen Tafeln verwendete, als ich sie bemalte (weiter unten). Immerhin sind Misteln keine Exoten, es sind einheimische Pflanzen. Sie haben die Bedeutung von Glücksbringern und sie sind Heilpflanzen. Misteln gehören in die Reihe der traditionellen Zauberpflanzen. Ich mag Misteln.

Die Einrichtung in meinem Teehaus besteht in einigen grob bearbeiteten Fichtenstämmen, die ich zu Hockern, Tischen und einer Theke verarbeiten liess. Der Anstoss dazu kam von den Elementen, die aus dem früheren Laden stammen und die jetzt, nach dem Umbau nur noch die Schaufensterfront umrahmen. Der frühere Ausbau war einer in gedämpfter, gebürsteter und gebeizter Fichte gewesen. Dieses Verfahren härtet das weiche Fichtenholz und versieht die Holzoberfläche mit einer gerillten Struktur. An der Eingangstür ist ein Baumstamm als Säule in den alten Ausbau eingefügt. Darum entschied ich mich für Baumstämme.
Die Verwendung von Baumstämmen in diesem Interieur  erinnert an ein Waldhaus. Ich wählte einen Karostoff in rot und beige, mit kleinen Herzen in der Mitte der roten Quadrate, um die Baumstämme mit Sitzkissen zu versehen.
Für mich ist es relativ schwierig zu entscheiden, wann eine Innendeko fertig ist, also welche Elemente noch berarbeitet werden müssen. Die Besucher des Teehauses finden das Interieur gemütlich, obschon es für mich noch nicht ganz abgeschlossen ist. Es braucht noch etwas Zeit... Abwarten und Tee trinken.


Jeanne d'Arc Living

{ 05:16, 17 January 2011 } { 0 Kommentare } { Link }
"Arbeiten Sie mit dem was Sie haben", so oder ähnlich las ich es irgendwo. Es war Material gemeint, um eine eigene Wohnungsdeko zu kreieren... Ich denke, es ist sehr befriedigend, wenn es einem gelingt, Dinge, die man einmal anschaffte, immer wieder von Neuem in Szene zu setzen und seine eigene Deko zu gestalten. "The style that money can't buy" wird der Stil manchmal auch genannt. Der Landhaus- oder Country-Living Stil zeichnet sich dadurch aus, dass man alles im Haus, soweit möglich, repariert oder umfunktioniert, bevor man es wegwirft. Es braucht etwas Zeit und Erfindergeist und es macht Spass. Ein Stil, der auch in diese Kategorie fällt wird Shabby Chic genannt. Ich würde Jeanne d'Arc Living, eine Designfirma aus Dänemark, die ein Magazin herausgibt und auch Möbel in kleinen Serien herstellt, zu diesem Stil zählen. Beschreiben kann ich ihn so: Weiss ist vorherrschend. Weisser, matter Lack wird auf Möbelstücke aufgetragen, die aus einer anderen Zeit zu stammen scheinen oder tatsächlich stammen. Trouvailles werden solche Objekte auch genannt, gefunden auf einem Flohmarkt, bei einem Trödler, einem Antiquitätenhändler oder auf Grossmutters Estrich. Sie werden in einem Raum mit viel Sinn für ihre Formen zusammengeführt und verbinden sich optisch über das Weiss. Mehr oder weniger geschwungene Linien, mehr oder weniger Zierelemente der romantischen Art, letztlich aber nicht süsslich, eher etwas herb. Vielleicht waren sie schon immer weiss, dann werden sie aber nicht frisch bemalt, sondern die abblätternde Farbe wird malerisch in Szene gesetzt. Sie wirken, indem sie genug Raum um sich bekommen. Shabby heisst schäbig. Was heisst schäbig... Sie sind etwas abgeschabt, zerkratzt, leicht aus dem Lot oder offensichtlich rasch zusammengebaut, aus ein paar schlecht gehobelten oder ungeschliffenen Brettern, zusammengenagelt, weiss bemalt, die Regale und die Rückwand mit einem hübschen Papier bezogen, das etwa mit kleinen blassen Rosen bedruckt ist... Einen Hauch von Ländlichkeit verströmt das Schränkchen mit Flügeltür aus Fliegengitter.
Die Schäbigkeit wird zelebriert, wie bei einer Denim oder Vintage Jeans. Die herbe Romantik kommt von der Brüchigkeit und von der Anspielung auf Ländlichkeit, auf Garten, Schuppen, Hünhnerstall, Vogelhaus.... Der passende Hintergrund ist ein Bau, der entweder etwas roh ist, alt, vielleicht stellenweise schon fast baufällig, eine alte unrenovierte Villa... oder natürlich der Garten, das Gelände vor der Villa. Es gibt immer genug Licht. Die Stimmung ist heiter und leicht, eine Anspielung auf das Weekendhaus, auf ein Haus, von dem die Natur höstens ein paar Schritte weit entfernt sein kann. Eine Vertretung von Jeanne d'Art Living führt Country Living in Interlaken. Siehe meine Links.
Bild von Jeanne d'Arc Living


Nicht Henry Matisse!

{ 10:39, 15 January 2011 } { 0 Kommentare } { Link }
Stimmt es, dass Innendeko eine ausgeprochen weiblich geprägte Angelegenheit ist? Es scheint so... Texte in Büchern und Magazinen über Innendeko werden zumeist von Autorinnen verfasst, behaupte ich jetzt Mal.

Innendeko bringt Atmosphäre hervor. Wenn ich in einen Raum komme, so fällt mir als Erstes die Atmosphäre darin auf. Atmosphäre... was bedeutet das? Es ist das unbestimmte Etwas, was einen Raum und die Gegenstände darin umgibt, es ist seine Ausstrahlung. Verschiedene Dinge tragen dazu bei, die Atmosphäre im Raum zu schaffen. Das Licht, das durch die Fenster fällt, das Lampenlicht, die Grösse des Raumes, seine Form, Farbe und Material der Wände, des Bodens und der Decke, die Möbel und ihre Anordnung und kleine Gegenstände, die im Raum  verstreut sind. Auch die Funktion des Raumes trägt zur Atmosphäre bei, also ob es eine Küche, ein Wohnzimmer, eine Veranda ist....

Die Wirkung eines Raums ist Teil der Atmosphäre, also ob er gross wirkt oder klein, dunkel, düster, hell, heiter, kühl, warm... Und schliesslich die Eigenschaften, mit denen man die Einrichtung verbindet, also ist sie alt, neu, funktionell oder dekorativ, bescheiden oder repräsentativ, ist sie in einem bestimmten Stil gehalten, die Frage wie man sie beschreiben könnte, welches ihre Besonderheiten sind, ihr Charakter. Das sind alles Dinge, die mich interessieren. Ich nenne sie mal die Atmosphärenträger. Ich stelle die Atmosphäre über alles.
Ich wurde in einer Kunstschule gelehrt, Bilder zu betrachten. Mich hatte da schon erheblich gestört, dass ein Bild nicht begehbar ist, dass man darin nicht wohnen kann. Einmal schrieb ich "Ich  möchte eine Odaliske sein und in einem Bild von Henry Matisse leben". Matisse malte einige Interieurs und Matisse war mein Lieblingsmaler gewesen.... Denn man sollte ja einen haben, als Schülerin an einer Kunstschule und dann als junge Künstlerin. Aber genau genommen erfüllte ich damit nur die Erwartung, ein Vorbild zu haben, weil man dann und wann danach gefragt wurde.  Das wirkliche Vorbild? Es lag anderswo, ich wagte mich gar nicht wirklich darüber nachzudenken wo, denn dann hätte ich einsehen müssen, dass ich in der Kunstschule vielleicht, vielleicht? nicht am richtigen Ort war. Ich konnte mir nicht vorstellen wo sonst ich hätte sein sollen... Es gab irgendwie keine Alternative.
Heute weiss ich, dass ich wohl schon damals an Innendeko interessiert war und an wohnlichen Dingen.
Und jetzt? Ich habe den Titel zu diesem Eintrag gerade von "Innendeko und Atmosphäre" auf "Nicht Henry Matisse!" geändert - mit einem kleinen Anflug von Wut darüber, dass ich soviel Jahre damit verbrachte, Erwartungen zu entsprechen.

Sie sind schön, die Bilder von Matisse. Also, so ganz gelogen war es nicht, als ich jeweils vorgab, mein Lieblingsmaler sei Matisse.

Bild aus dem Web-Archiv von Andrew Graham-Dixon



Mistel

{ 07:12, 11 January 2011 } { 0 Kommentare } { Link }

Malerei und Foto von Holunder

Ausbrechen

{ 11:27, 9 January 2011 } { 0 Kommentare } { Link }

Foto von Holunder. Eine Blume, deren Name mir unbekannt ist - mich  interessierte damals nur die Farbe.

Ich möchte ausbrechen. Oder möchte ich vielleicht aufbrechen? Auf, zum Haus mit den weissen Fensterläden? Letztlich ist es vielleicht das Haus meiner Grossmutter, wo ich Zuflucht finden möchte. Ich soll sie an meinem Leben teilnehmen lassen, sagte er...

Sie ist in der geistigen Welt, meine Grossmutter. Und es ist nicht schwer, jemanden aus der geistigen Welt an seinem Leben teilnehmen zu lassen!



Foto von Holunder, Ein Zweig im  Frühjahr.


Haus mit weissen Fensterläden

{ 10:59, 9 January 2011 } { 0 Kommentare } { Link }

Vielleicht ist es jetzt Zeit, dieses Haus im Blog unterzubrigen. Ich sparte es von Anfang an für eine bestimmte oder besondere Gelegenheit. Vielleicht war es diese Reise nordwärts... die ich gerade in "Eine Tasse heissen Tees" beschrieb. Vielleicht denke ich, das Haus würde sich besonders gut zum Tee trinken eignen... Das Foto ist nicht von mir. Ich fand es anlässlich einer Surftour auf dem Internet. Es ist Sujet auf einem Puzzle, was ich eher banal finde, aber das ist nicht wichtig.
Wichtig ist der Stil dieses Hauses. Ich tippe auf England. Mein Lebensgefährte, ein Bretone, tippt auf die Bretagne. Jedenfalls sei es ein keltisches Haus, meint er. Darin sind wir uns einig. Keltisch... herb. Ich habe keine Ahnung, warum es gerade heute und jetzt Zeit ist, dieses Haus auf dem Blog unterzubringen. Vielleicht war das Bild der Küchentücher von Comptoir de Famille, das ich heute weiter unten in den Blog stellte, das Verbindungsstück zu diesem Haus. Das Haus... Ich habe eine grosse Schwäche für Häuser. Für alte ländliche Häuser, an denen noch einiges von Hand gemacht wurde, seien es von Hand behauene Steine, von Hand bemalte Fensterläden, Fensterrahmen und Türen, von Hand und mit Kalk getünchte Mauern, von Hand behauene Balken. Ich liebe die Unregelmässigkeit der Linien, die entsteht, wenn Dinge von Hand gemacht werden. Dieses Haus... wo es wohl steht? Ob es noch existiert, wer wohl darin wohnt? Dieses Haus entspricht einem bestimmten Gefühl, das ich habe. Es entspricht einer Körperempfindung. Ich nenne sie einen Felt Sense, eine gefühlte Wahrnehmung. Diesen Begriff führte Eugene T. Gendlin ein, er benannte damit etwas, was viele Menschen kennen, wahrscheinlich die Meisten oder sogar alle. Es gibt Dinge, die man meint, aber man kann sie nicht sofort benennen. Für dieses unbenannte Gefühl steht der Felt Sense.  Das Haus steht in meinem Fall für einen bestimmtden Felt Sense. Man nennt das "einen Griff", wenn man bei der Methode von Gendlin bleibt. Ich meine nicht einfach dieses Haus, sondern etwas, was sich so ähnlich anfühlt wie dieses Haus. Das ist was ich suche. Es ist die Suche nach etwas, was sich so ähnlich wie wie dieses Haus anfühlt. Ich suche, ich suche weiter....


Eine Tasse heissen Tees

{ 10:20, 9 January 2011 } { 0 Kommentare } { Link }
Tee - für mich ein Zauberwort.
Als Kind bekam ich Tee zum Frühstück. Es war wohl schwarzer Tee... oder war es Jasmintee? Es schwammen "Fische" darin. Das kam davon, dass unsere Haushaltung nicht mit dem perfekten Zubehör ausgerüstet war, so dass ein paar Teeblätter - sie sahen wie kleine Stäbchen aus - in der Tasse herumschwammen. Das waren für mich Fische.
Gerade mache ich mir einen Ostfriesentee. Den Ostfriesentee lernte ich auf einer Reise auf die Insel Juist in Norddeutschland kenne, in der Stadt Norden, wenn ich mich richtig erinnere. Bevor wir uns mit der Fähre auf die Insel schifften, hatten wir ein paar Stunden Zeit, uns dort umzusehen. Wir entdeckten eine tradtionell eingerichtete Bäckerei mit gepolsterten Stühlen, in der reichlich Kuchen und Tee angeboten wurde. Da trank ich zum ersten Mal Tee auf ostfriesiche Art. Die Kanne steht auf einem Stövchen, damit der Tee heiss bleibt. Man legt ein Stück Kandiszucker in die Tasse und giesst den heissen Tee darüber, was den Kandis mit Krachen zum Zerspringen bringt. Aus einem Kännchen schöpft man mit einem speziell tiefen Löffelchen flüssige Sahne und legt sie auf die Obefläche des Tees. Es bildet sich ein Wulkje. Man rührt diesen Tee nicht. So kommt man erst in den Genuss von reiner Sahne, die sich bald anfängt mit dem malzigen Ostfriesentee zu mischen, der viel Assam enthält. Nach unten wird der Tee allmählich süss. Köstlich. Mein heutiger Ostfriesentee gelang sehr gut. Hab grad vier Tassen geleert. In Norden assen wir einen Kuchen dazu, einen mit Streusel. Nach Jahren kam ich in den Genuss von Streusel, wie ich ihn von meiner Grossmutter kannte. Es kann sein, dass wir in Norden übernachteten. Ich glaube, es war am nächsten Morgen, als ich in einem Laden ein Stövchen entdeckte, das ich heute noch habe.


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